Mittwoch, November 26, 2008

Aextra @ Stadtkeller Luzern

Dienstag, 25. November 2008: Aextra @ Stadtkeller Luzern
by chregi

Endlich ist er da, der langersehnte Tag, an dem ich die sympathischen Herren aus Thun auf ihrer aktuellen „Himmu & Höll“-Tour erleben kann. Mit im Gepäck haben sie die neuen Songs vom Album mit dem fantastischen Cover und natürlich auch die alten Hits.

Wer schon früh im Stadtkeller eintrifft, geniesst ein ausgezeichnetes Abendessen und ergattert erst noch einen Platz in Bühnennähe. Von diesem verlockenden Angebot machen nur wenige Gebrauch, das Restaurant füllt sich jedoch immer mehr bis eine stattliche Anzahl Live-Musik-Begeisterter an diesem kalten Novemberdienstag anwesend ist.

Pünktlich stürmt Aextra die Bühne und Sänger Schibä heizt gleich ganz schön ein, schon beim ersten Song klatscht die Menge mit. Trotz seiner Erkältung gibt er Vollgas. Auf der Bühne erleben wir eine Band, die nur so vor Energie und Spielfreude strotzt. Das Gitarrenspiel von Ändu, welcher direkt vor uns sein Können beweist, fasziniert mich total. Rolf, der Mann am Rhythmus, legt sich dermassen ins Zeug, dass man sein Gesicht nur selten zu sehen bekommt, seine Haare fliegen im Takt durch die Luft. Und Kusi an der anderen Gitarre geht auch voll mit.

Aextra überzeugt mit ihrem rockigen Programm. „Blödi Chue“ widmet die Band allen blöden Nachbarinnen, speziell der Frau Müller und der Frau Meier – na dann, dankeschön. Kusi macht sich danach in der von Schibä geforderten Mausestille mit seinem Verstärker bemerkbar und verspielt die ganze Athmospäre. Der Instrumentalteil in „Wulchebruch“ ermöglicht die obligate Zigi-Pause für den Sänger - ob die wohl gegen die Erkältung hilft? Das ganze Haus kocht bei „Schattespiu“, sogar das Servicepersonal macht mit. Nach der Pause verstärkt Schibä in „Em Fride z’lieb“ das Gitarrenregister. Vor lauter Freude am begeistert mitklatschenden Publikum wird er von einem Text-Blackout in „I stah näbe mir“ übermannt. Auch die eingefleischten Fans können ihm nicht weiterhelfen, aber er findet selber wieder zurück in die Zeilen. Im lebensfrohen Song „Wäut umarme“ stellt sich die ganze Band vor und jeder Musiker glänzt mit einem Solo. An den Keyboards wird Aextra durch Stefan Bregy und am Bass durch Marco Mazotti unterstützt. Bei „Himmu & Höll“ versucht sich der Luzerner Stadtkeller noch einmal in der Aufgabe lauter und besser zu singen, als die Deep Purple-Fans vor einer Woche in der St. Jakobshalle in Basel, wo Aextra vor grossem Publikum spielen durfte. „La mi nid allei“ schreit das Volk zum Schluss und das Prädikat „hammer“ ist damit definitiv verdient. Viel zu früh verabschiedet sich Aextra mit zufrieden lächelnden Gesichtern vom Stadtkeller Luzern.

Nach dem Konzert werden die perfekten Weihnachtsgeschenke verkauft - eine „Himmu & Höll“-CD im Aextra-Shirt eingepackt, nur die passende Masche fehlt noch. Band und Helfer räumen derweil im Eiltempo die Bühne. Wir staunen nicht schlecht, als nach einer halben Stunde schon das ganze Equipment verschwunden ist.

...Und nun sitze ich hier, schreibe diesen Konzertbericht, erinnere mich an den schönen Abend zurück und trinke dazu Salbeitee gegen die eingefangene Heiserkeit. Hoffen wir, dass auch Schibä seine Erkältung mit Tee behandelt und nicht etwa mit Bier oder Zigarette...Gute Besserung! Ob der Sänger mit sexy rauer Stimme wie heute Abend oder ohne Husten und Halstuch auftreten wird, ich freue mich schon jetzt auf ein weiteres rockiges Aextra-Konzert.

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